„Finde deine Leidenschaft und du arbeitest keinen Tag in deinem Leben." Kaum ein Satz wird unserer Generation so oft eingeimpft – und kaum einer erzeugt mehr Druck. In Folge 25 sprechen Antonia und Konstantin mit Kai Krautter (Harvard Business School) über das Versprechen hinter diesem Credo.
Die Idee, seinen Job zu lieben, klingt gut – aber die Forschung zeigt ein komplexeres Bild. Wer den Beruf als Berufung versteht, arbeitet oft mehr, akzeptiert schlechtere Bedingungen und ist anfälliger für Burnout. Die Soziologin Erin Cech nennt das in The Trouble With Passion die dunkle Seite der Passion-Ideologie.
Forschungen legen nahe, dass Passion häufiger durch Kompetenz entsteht als umgekehrt: Je besser man in etwas wird, desto mehr Freude macht es. Das widerspricht dem romantischen Bild des inneren Feuers, das man nur entfachen muss. Das Ikigai-Konzept bietet einen pragmatischen Rahmen – mit Grenzen.
Episode #25 · 52 Minuten · Spotify